Nachlese Telekommunikation und Digitalisierung

Telekommunikation und Digitalisierung

Im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung Telekommunikation und Digitalisierung am 15. November 2018 in Wien hielten DGKP Karin Eder, BSc, MSc und Doz. (PD) Univ.-Lektor Dr. Andreas Klein spannende Vorträge mit den Titeln „PC, EDV, IT, URL, IP, AAL… I am not a digital native“ und „Macht uns die Digitalisierung besser oder ärmer? Gesundheitsberufe vor den Herausforderungen der Zukunft“

Während im Jahr 1993 lediglich 1 % der technischen Informationsflüsse der weltweiten Telekommunikationsnetze im Internet stattfanden, waren es 2000 bereits 51 %. Im Jahre 2007 wurden weltweit schon 97 % der Bytes durch das Internet ausgetauscht. Mit dem Aufstieg des Internets hielten auch neue Wörter Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch, mittlerweile versteht z.B. fast jeder, was „googlen“ bedeutet. Die ständige Erreichbarkeit stellt uns vor neue Herausforderungen, nicht nur physischer, sondern auch psychischer Natur.

Die permanente ungefilterte Information brachte die Problematik der „Fake News“ zum Vorschein und führt zu einem Informationsdruck, so DGKP Karin Eder, BSc, MSc. Auch die Arbeitswelt wurde durch das Internet revolutioniert, Online-Meetings gehören inzwischen schon zum Firmenalltag.

In den Pflegebereich hat die Digitalisierung unter anderem durch Gegensprechanlagen in den Zimmer, Fotodokumentation und Sensorsysteme Einzug gefunden. Daraus entstanden sowohl für das Personal als auch für Klienten neue Herausforderungen und auch Sicherheitsrisiken.

Dabei können sich für ältere, immobile Patienten auch große Vorteile ergeben – nicht nur zur Kontaktpflege. Sogenannte Ambient-Assisted-Living- (AAL-)Systeme sind „altersgerechte Assistenzsysteme für ein umgebungsunterstütztes, gesundes und unabhängigen Leben“. Sie werden an die speziellen Bedürfnisse des Anwenders angepasst und sollen die Lebensqualität erhöhen. Dadurch kann der Alltag sicherer und angenehmer gestaltet werden, um möglichst lange ein selbstständiges, selbstbestimmtes sowie sozial integriertes Leben zu führen. Dazu zählen z.B. Sturzmeldesysteme, Hilferufanlagen, universelle Fernsteuerungen zur Bedienung von Haushaltsgeräten oder eine automatische Erinnerung an die Medikamenteneinnahme. Verschiedene Forschungsprojekte in ganz Österreich beschäftigen sich mit AAL.

Doz. (PD) Univ.-Lektor Dr. Klein beschäftigte sich mit dem Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen und damit verbundene Änderungen, die in Zukunft auf uns zukommen. Eine Vielzahl von Gesundheits-Apps ist momentan schon verfügbar. Das Prinzip dieser Apps besteht aus der Informationsvermittlung, einer Anleitung zur Verhaltensänderung und der Festigung des Verhaltens. Rund dreiviertel der Nutzer macht es Freude, ihre Gesundheitsdaten regelmäßig zu überprüfen und zu vergleichen. Mittels Sensorik und Tracking-Technik kann mittlerweile vom Wetter über die Vitalparameter alles schnell und einfach – etwa über eine Uhr – abgerufen werden. Sensoren zur Überwachung des Blutzuckers schon in Kontaktlinsen sind leider vorerst von Google abgesagt, jedoch können epidermale Elektroniksysteme flexible Sensoren auf die Haut aufkleben oder durch den Körper schicken.

Mithilfe der digitalen Pathologie können Patientendaten vereinheitlicht, Teams vernetzt, der Arbeitsablauf digitalisiert und neue Einblicke durch die Analyse großer Datenmengen gewonnen werden. Mit künstlicher Intelligenz können auch Sprachaufnahmen verarbeitet und auf Basis der Analyse von Datenbanken Therapievorschläge gegeben werden.

Sogenannte Virtual-Reality-Brillen können mittlerweile für Therapien oder in der Ausbildung, z.B. zum Simulieren von Operationen, eingesetzt werden. Computerspiele können, wenn richtig eingesetzt, zur Erhaltung oder Verbesserung der körperlichen und geistigen Gesundheit beitragen. Der Einsatz von Robotern mit künstlicher Intelligenz wird unter anderem im Pflegebereich untersucht, in Pflegeheimen im asiatischen Raum kompensieren sie teilweise den Mangel an Pflegenden. Die sogenannte Telemedizin kann für Krankenhäuser, Ärzte, Patienten und die Gesellschaft viele Vorteile bringen, beispielsweise die Vermeidung von Fehlern, Mehrfachuntersuchungen, passgenaue Patientenbetreuung, Vermeidung unnötiger Wege, Kostendämpfungen und vieles mehr. Spannende Entwicklungen sind auch in den Bereichen 3D-Druck (Bioprinting), Personalisierte Medizin oder Gentherapie zu erwarten.

Zusammenfassend ist es wichtig, die Chancen und Risiken der Digitalisierung abzuwägen, um eine zielgerichtete Anwendung zu ermöglichen.

 

 

 

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